Zeit für akademische Solidarisierung
- 28. Mai 2025
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Gerhard Schwischei hat in den SN (24. 5.) einen wichtigen Leitkommentar zu den Attacken Trumps auf die Harvard University geschrieben. Als Harvard-Alumni haben wir eine Universität erlebt, die der Wahrheitsfindung, Demokratie, Diversität und internationaler Offenheit verpflichtet ist.
Diese populistischen Angriffe treffen nicht nur Harvard, sondern zahlreiche amerikanische Bildungseinrichtungen. Wir benötigen aber diese Campi, auf denen Menschen unterschiedlicher Herkunft Antworten auf globale Probleme suchen. Und wir brauchen jetzt klare Haltungen anderer Bildungsinstitutionen gegen Populismus und Wissenschaftsfeindlichkeit.
Die europäischen Stimmen sind noch nicht laut genug. Und Vorschläge, amerikanische Professoren abzuwerben, sind nicht zielführend – es muss um Stärkung dieser Partneruniversitäten gehen. Eine globale Zusammenarbeit steht auf dem Spiel, denn Heimatschutzministerin Noem versucht, Harvards Internationalität sowie die Freiheit von Wissenschaft und Forschung zu beenden. Besonders beunruhigend ist dies vor geschichtlichem Kontext: Laut der eingereichten Klage von Harvard soll ein Denunziantentum wie in der McCarthy-Ära oder des NS-Regimes eingeführt werden – Harvard-Mitglieder sollen übereinander Bericht erstatten und diese an die Regierung senden. Harvard hat bereits Maßnahmen gegen Diskriminierung und Antisemitismus umgesetzt, dabei aber den offenen Diskurs bewahrt. Wir alle sind verpflichtet, diese Ziele und die akademische Freiheit größtmöglich zu unterstützen.
Prof. Hendrik Lehnert, Rektor em. der Paris-Lodron-Universität Salzburg
Matthias Röder, Ph. D., Direktor des Karajan-Instituts, Salzburg

